Das kleine Nummernschild am 50er Roller ist kein amtliches Kennzeichen, sondern ein Versicherungskennzeichen. Es zeigt, dass für das Fahrzeug eine Haftpflichtversicherung besteht – und es läuft jedes Jahr ab. Wer den Wechsel verpasst, fährt ohne Versicherung.
Wer ein Versicherungskennzeichen braucht
Pflicht ist es für Fahrzeuge, die keine Zulassung mit amtlichem Kennzeichen brauchen, aber versichert sein müssen:
- Mofas bis 25 km/h,
- Mopeds und 50er Roller bis 45 km/h, auch mit Elektroantrieb,
- leichte Quads und andere Leichtkraftfahrzeuge bis 45 km/h,
- S-Pedelecs, also E-Bikes mit Unterstützung bis 45 km/h,
- E-Scooter nach der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung – hier als Aufkleber, die sogenannte Versicherungsplakette.
Ein 125er oder ein Motorrad braucht dagegen ein amtliches Kennzeichen, eine Zulassung und alle zwei Jahre die HU. Den Vergleich der beiden Klassen findest du im Ratgeber 50er oder 125er.
Warum es jedes Jahr zum 1. März wechselt
Das Versicherungsjahr für diese Fahrzeuge beginnt am 1. März und endet am letzten Tag im Februar. Jedes Jahr gibt es ein neues Kennzeichen in einer anderen Farbe – so erkennt die Polizei auf einen Blick, ob es gültig ist. Die Farben wechseln im Rhythmus zwischen Schwarz, Blau und Grün.
Du musst das alte Kennzeichen also nicht kündigen, aber du musst aktiv ein neues besorgen. Viele Versicherer schicken rechtzeitig eine Erinnerung, verlassen solltest du dich darauf nicht.
So bekommst du ein Versicherungskennzeichen
- Versicherer wählen – online, über eine Agentur oder bei deiner bisherigen Kfz-Versicherung.
- Fahrzeugdaten bereithalten: Hersteller, Typ und Fahrzeug-Identifizierungsnummer aus der Betriebserlaubnis oder dem Übereinstimmungszertifikat.
- Kennzeichen erhalten – per Post oder direkt in der Agentur, dazu die Versicherungsbescheinigung.
- Hinten am Fahrzeug montieren und die Bescheinigung beim Fahren dabeihaben.
Einen Weg zur Zulassungsstelle gibt es nicht. Neben der Haftpflicht bieten viele Versicherer eine Teilkasko gegen Diebstahl an – bei einem neuen Roller eine Überlegung wert.
Was passiert, wenn du es vergisst
Wer ab dem 1. März mit dem alten Kennzeichen fährt, fährt ohne Haftpflichtversicherung. Das ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat. Bei einem Unfall zahlst du den Schaden des anderen selbst – bei Personenschäden kann das schnell existenzbedrohend werden. Die Rechnung ist einfach: ein neues Kennzeichen kostet einmal im Jahr einen überschaubaren Betrag, der Unfall ohne Versicherung kann ein Leben lang kosten.
Neuer Roller, neues Kennzeichen
Wenn du bei uns einen neuen oder gebrauchten Roller kaufst, erklären wir dir, was du für Versicherungskennzeichen oder Zulassung brauchst. Neufahrzeuge wie die Rivero Toscana 50 fahren mit Versicherungskennzeichen. Und wenn der Roller danach Wartung braucht: Rollerwerkstatt.